Review zum Film Newness (2017) von Drake Doremus und Ben York Jones.
Ohne den erhobenen Zeigefinger zeigt der Film Newness die Nuancen unserer modernen Beziehungswelt und begleitet ein Paar auf der Suche nach sexuellen Abenteuern.
Wir leben in einer Welt, aus der Dating-Apps nicht mehr wegzudenken sind. Sie haben unterschiedlichste Namen und sollen uns Liebe, Sex und Freundschaft einfacher machen: Ein Swipe nach rechts oder links, ein perfekt auf dich abgestimmter Partner, unkomplizierte Kommunikation mit effizienter Zielerreichung.
Wofür auch immer man die Apps benutzt – sie werden zum neuen zwischenmenschlichen Verbindungsglied und eröffnen scheinbar unendliche Möglichkeiten. Aber was macht das mit uns? Welche Auswirkungen können diese Versprechen auf unsere tatsächlichen Beziehungen haben? Und sind wir überhaupt noch in der Lage, eine längerfristige Beziehung zu führen, so wie einst unsere Großeltern?
Auf Fragen wie diese sind wir alle schonmal gestoßen – überall findet man sie, zusammen mit ihren möglichen Antworten, egal ob in Online-Artikeln, Dokumentationen oder persönlichen Gesprächen. Auch der Film Newness reflektiert darüber, inwieweit die Suche nach körperlicher und emotionaler Intimität immer häufiger in kurzfristiger Befriedigung statt in einer langfristigen Verbindung mündet. Es ist die Gefahr, der wir in der heutigen Welt tagtäglich ausgesetzt sind: Die Sucht nach schnellem Dopamin.
Newness erzählt die Geschichte zweier Protagonisten, Gabriella (Laia Costa) und Martin (Nicholas Hoult), die sich ineinander verlieben und ihr Sehnen nach neuen, spannungsvollen Gefühlen mithilfe einer offenen Beziehung stillen wollen.
Ehrlich gesagt hatte ich nicht allzu viel von dem Film erwartet. Ich hatte ihn irgendwann bei Netflix entdeckt und auf meine Liste gesetzt, um mich am 31. Januar wieder an ihn zu erinnern – dem letzten Tag, an dem er bei Netflix noch verfügbar war.
Mein erster Gedanke zum Film lautete: Ach, der will die Zuschauer bloß mit möglichst vielen Sexszenen überzeugen. Schöne Menschen, oberflächliche Story, ausgelutschtes Thema. Swipen, daten, ficken. Und zunächst schien das auch zuzutreffen, sodass ich mit dem Gedanken spielte, das Netflix-Fenster wieder zu schließen.
Doch dieses Gefühl, dass es die letzte Gelegenheit wäre, den Film anzuschauen, hielt mich bei der Stange. Ich dachte mir: Jetzt oder nie. Außerdem bin ich, seit ich den Film Victoria gesehen habe, begeistert von der Schauspielerin Laia Costa, die mich auch in Newness mit der Interpretation ihrer Rolle fesseln konnte. Ich ließ mich auf den Film ein und wurde nicht enttäuscht.
Ganz im Gegenteil: Der Film übte eine regelrechte Sogwirkung auf mich aus und wurde richtig intensiv. Betrachtet man den Film aufmerksam, kann man unzählige Details und Motive erkennen, die von der Qualität der Filmerzählung zeugen und den Film authentisch machen. Schnell wurde mir klar, dass er alles andere als oberflächlich ist, sondern die Geschichte von Gabi und Martin unfassbar einfühlsam und natürlich erzählt.
Er beleuchtet all die positiven und negativen Aspekte einer Beziehung: Das gegenseitige Vertrauen, das Verlangen nach dem Anderen, das gemeinsame Ausprobieren. Die Arbeit, die in einer Beziehung steckt, den Stress und die Probleme, die sie bereiten kann. Weil wir das alle irgendwie kennen, haben nicht nur die Protagonisten Tränen in den Augen – sondern auch ich.
Der Film Newness gibt seine ganz eigene Antwort auf die Fragen, die uns in der heutigen Liebeswelt beschäftigen. So finden Gabriella und Martin die Lösung, die nach allem, was sie durchgemacht haben, die beste für beide ist. Die Geschichte der beiden scheint universell und zeitlos zu sein, ohne dabei den Blick auf jegliche Ausartungen von Liebe und Beziehung zu verlieren. Sie lässt Raum für andere Beziehungsentwürfe und dafür, dass die Lösung manchmal darin liegt, dass es keine klare Lösung gibt.
Alles in allem ein berührender Film voller Ehrlichkeit und Menschlichkeit, den ich wärmstens empfehle. Auch deshalb, weil ich nicht ansatzweise in Worte fassen konnte, wie sehr mir der Film tatsächlich gefällt.
Review zum Film Newness (2017) von Drake Doremus und Ben York Jones.
Ohne den erhobenen Zeigefinger zeigt der Film Newness die Nuancen unserer modernen Beziehungswelt und begleitet ein Paar auf der Suche nach sexuellen Abenteuern.
Inhalt des Films „Newness“: über die moderne Liebeswelt
Wir leben in einer Welt, aus der Dating-Apps nicht mehr wegzudenken sind. Sie haben unterschiedlichste Namen und sollen uns Liebe, Sex und Freundschaft einfacher machen: Ein Swipe nach rechts oder links, ein perfekt auf dich abgestimmter Partner, unkomplizierte Kommunikation mit effizienter Zielerreichung. Wofür auch immer man die Apps benutzt – sie werden zum neuen zwischenmenschlichen Verbindungsglied und eröffnen scheinbar unendliche Möglichkeiten.
Aber was macht das mit uns? Welche Auswirkungen können diese Versprechen auf unsere tatsächlichen Beziehungen haben? Und sind wir überhaupt noch in der Lage, eine längerfristige Beziehung zu führen, so wie einst unsere Großeltern?
Auf Fragen wie diese sind wir alle schonmal gestoßen – überall findet man sie, zusammen mit ihren möglichen Antworten, egal ob in Online-Artikeln, Dokumentationen oder persönlichen Gesprächen. Auch der Film Newness reflektiert darüber, inwieweit die Suche nach körperlicher und emotionaler Intimität immer häufiger in kurzfristiger Befriedigung statt in einer langfristigen Verbindung mündet.
Es ist die Gefahr, der wir in der heutigen Welt tagtäglich ausgesetzt sind: Die Sucht nach schnellem Dopamin. Newness erzählt die Geschichte zweier Protagonisten, Gabriella (Laia Costa) und Martin (Nicholas Hoult), die sich ineinander verlieben und ihr Sehnen nach neuen, spannungsvollen Gefühlen mithilfe einer offenen Beziehung stillen wollen.
Newness als absolut unterschätzter Film
Ehrlich gesagt hatte ich nicht allzu viel von dem Film erwartet. Ich hatte ihn irgendwann bei Netflix entdeckt und auf meine Liste gesetzt, um mich am 31. Januar wieder an ihn zu erinnern – dem letzten Tag, an dem er bei Netflix noch verfügbar war.
Mein erster Gedanke zum Film lautete: Ach, der will die Zuschauer bloß mit möglichst vielen Sexszenen überzeugen. Schöne Menschen, oberflächliche Story, ausgelutschtes Thema. Swipen, daten, ficken. Und zunächst schien das auch zuzutreffen, sodass ich mit dem Gedanken spielte, das Netflix-Fenster wieder zu schließen. Doch dieses Gefühl, dass es die letzte Gelegenheit wäre, den Film anzuschauen, hielt mich bei der Stange. Ich dachte mir: Jetzt oder nie. Außerdem bin ich, seit ich den Film Victoria gesehen habe, begeistert von der Schauspielerin Laia Costa, die mich auch in Newness mit der Interpretation ihrer Rolle fesseln konnte. Ich ließ mich auf den Film ein und wurde nicht enttäuscht.
Es startet mit Sex, mündet in Streit und endet in Tränen
Ganz im Gegenteil: Der Film übte eine regelrechte Sogwirkung auf mich aus und wurde richtig intensiv. Betrachtet man den Film aufmerksam, kann man unzählige Details und Motive erkennen, die von der Qualität der Filmerzählung zeugen und den Film authentisch machen. Schnell wurde mir klar, dass er alles andere als oberflächlich ist, sondern die Geschichte von Gabi und Martin unfassbar einfühlsam und natürlich erzählt.
Er beleuchtet all die positiven und negativen Aspekte einer Beziehung: Das gegenseitige Vertrauen, das Verlangen nach dem Anderen, das gemeinsame Ausprobieren. Die Arbeit, die in einer Beziehung steckt, den Stress und die Probleme, die sie bereiten kann. Weil wir das alle irgendwie kennen, haben nicht nur die Protagonisten Tränen in den Augen – sondern auch ich.
Newness: Die Antwort auf die Frage nach Liebe
Newness gibt seine ganz eigene Antwort auf die Fragen, die uns in der heutigen Liebeswelt beschäftigen. So finden Gabriella und Martin die Lösung, die nach allem, was sie durchgemacht haben, die beste für beide ist. Die Geschichte der beiden scheint universell und zeitlos zu sein, ohne dabei den Blick auf jegliche Ausartungen von Liebe und Beziehung zu verlieren. Sie lässt Raum für andere Beziehungsentwürfe und dafür, dass die Lösung manchmal darin liegt, dass es keine klare Lösung gibt.
Alles in allem ein berührender Film voller Ehrlichkeit und Menschlichkeit, den ich wärmstens empfehle. Auch deshalb, weil ich nicht ansatzweise in Worte fassen konnte, wie sehr mir der Film tatsächlich gefällt.