Künstlertreff

Zufällig in Mülheim an der Ruhr

  • 3 Min. Lesezeit
  • 12. August 2023
  • Sonja

Während eines kleinen Künstlertreffs lande ich zufällig in Mülheim an der Ruhr und entdecke die Sonnenseiten der Stadt.

Nachmittags sitze ich zuhause und denke: Eigentlich wollte ich heute einen Künstlertreff machen. Aber ich bin momentan so tief im Schreiben drin und könnte den lieben langen Tag weitermachen – schreiben, schreiben und nochmal schreiben. Beruflich schreiben, Blogartikel schreiben, kreativ schreiben.

Allerdings merke ich, dass es meinem Körper auf Dauer nicht guttut, wenn ich ständig nur auf meinen vier Buchstaben sitze. Und zum Weiterschreiben brauche ich immerhin auch ein paar neue Eindrücke. Also raffe ich mich zu einem Künstlertreff auf. Ich beschließe recht schnell, dass ich nach Hattingen fahren und mir in Ruhe die Altstadt anschauen will, vielleicht in ein paar Buchläden stöbern. Und da ich keine Lust habe, allzu weit zu fahren, passt mir das sehr gut.

Ich steige also am Hauptbahnhof in die S3, zücke mein Notizbuch und schreibe jetzt im Zug weiter. Hier sitze ich zwar noch immer auf meinen vier Buchstaben, aber wenigstens rauscht die Landschaft an mir vorbei und stillt meine Sehnsucht nach Bewegung. Natürlich gibt es wieder Probleme mit der Bahn. Erst will die S3 nicht kommen, dann schleicht sie mit 5 km/h über die Gleise und jetzt hält sie einfach in Bochum-Dahlhausen und will nicht nach Hattingen. Ich habe wirklich keine Lust, mich dem Bahnchaos hinzugeben. Also bleibe ich einfach sitzen und lasse mich zurück nach Essen kutschieren, bis ich auf der Anzeige sehe, dass die S3 auch in Mülheim an der Ruhr hält. Gut, dann spaziere ich heute eben durch Mülheim.

Wenig später überquere ich am Mülheimer Hauptbahnhof die Straße in Richtung Trasse. Die Sonne knallt ganz schön. Ich spaziere so lange über die Trasse, bis ich auf einer Brücke ankomme, die einen tollen Ausblick auf die Ruhr gewährt. Von hier oben aus beobachte ich eine junge Frau, die mit ihrer Mutter und ihrem Sohn unten am Ufer steht und mich in den Wahnsinn treibt. Es ist wie ein Unfall, bei dem man nicht wegschauen kann. Ich meine, wir sind alle irgendwie Handy-süchtig, aber sie macht ein Selfie nach dem anderen, eine Story nach der anderen, schaut kein einziges Mal zu ihrem Kind, und wenn, dann nur durch die Kamera, schaut ununterbrochen hinab auf ihr glänzendes, glattes Handy, während sie völlig abgelenkt hinter ihrem Kind herschleicht, damit es nicht ins Wasser fällt. Egal.

Es ist voll schön hier, eine schöne Überraschung. Viel besser eigentlich. Ich brauche keine Altstadt, wenn ich stattdessen die Ruhr bei schönstem Wetter haben kann. Und Mülheim überrascht mich, ich erwarte nie, dass es hier so schön ist. Ich laufe die Ruhrpromenade entlang, sehe das Handy mit der Frau, weiche Entenscheiße aus und setze mich schließlich auf eine Treppenstufe mit Ruhrblick.

Zwei andere Mädels haben sich die allerschönste Bank ausgesucht und unterhalten sich angeregt. Ein älterer Junge spielt mit seiner kleinen Schwester Fangen. Ein paar ältere Damen gehen an mir vorbei, sie haben pinke Eiskugeln vor dem Gesicht und die eine sagt: „Dann ess ich mal so’n Schnitzel…“, und dann sind sie schon zu weit weg, um mitzuhören. Und ich klebe den ganzen Tag nur an meinem Notizbuch und könnte die ganze Welt aufschreiben. Die der anderen und meine eigene. Die der Filme, die der Bücher. Die der Kinder und die der Erwachsenen. Es macht mich endlos glücklich. Einfach so.

Der Blog? Er ist dazu da, mich zum Schreiben zu motivieren. Dazu da, das Haus zu verlassen und die Welt zu erkunden. Und solange er das schafft, ist alles andere ganz egal. Ich bin verwirrt, als eine Frau an mir vorbeiläuft, die die gleiche gemusterte Hose trägt wie das Mädchen vorne auf der Bank.

Was ist das da drüben eigentlich für ein Gebäude? Ah, das ist die Stadthalle Mülheim, die Abiball-Location schlechthin. Und direkt daneben der MüGa, wo ich schon von hier aus die Wasserfontänen sehen kann. Dort laufe ich jetzt hin, auch wenn die Gefahr eines Sonnenbrandes besteht. Ich kann nur sagen, es ist alles wunderschön hier, es gibt Brunnen und Wasserspielplätze und einen Hafen und Menschen, die Überraschungspartys im Park schmeißen. Komm auch mal her.

Künstlertreff

Zufällig in Mülheim an der Ruhr

Nachmittags sitze ich zuhause und denke: Eigentlich wollte ich heute einen Künstlertreff machen. Aber ich bin momentan so tief im Schreiben drin und könnte den lieben langen Tag weitermachen – schreiben, schreiben und nochmal schreiben. Beruflich schreiben, Blogartikel schreiben, kreativ schreiben.

Allerdings merke ich, dass es meinem Körper auf Dauer nicht guttut, wenn ich ständig nur auf meinen vier Buchstaben sitze. Und zum Weiterschreiben brauche ich immerhin auch ein paar neue Eindrücke. Also raffe ich mich zu einem Künstlertreff auf. Ich beschließe recht schnell, dass ich nach Hattingen fahren und mir in Ruhe die Altstadt anschauen will, vielleicht in ein paar Buchläden stöbern. Und da ich keine Lust habe, allzu weit zu fahren, passt mir das sehr gut.

Ich steige also am Hauptbahnhof in die S3, zücke mein Notizbuch und schreibe jetzt im Zug weiter. Hier sitze ich zwar noch immer auf meinen vier Buchstaben, aber wenigstens rauscht die Landschaft an mir vorbei und stillt meine Sehnsucht nach Bewegung. Natürlich gibt es wieder Probleme mit der Bahn. Erst will die S3 nicht kommen, dann schleicht sie mit 5 km/h über die Gleise und jetzt hält sie einfach in Bochum-Dahlhausen und will nicht nach Hattingen. Ich habe wirklich keine Lust, mich dem Bahnchaos hinzugeben. Also bleibe ich einfach sitzen und lasse mich zurück nach Essen kutschieren, bis ich auf der Anzeige sehe, dass die S3 auch in Mülheim an der Ruhr hält. Gut, dann spaziere ich heute eben durch Mülheim.

Wenig später überquere ich am Mülheimer Hauptbahnhof die Straße in Richtung Trasse. Die Sonne knallt ganz schön. Ich spaziere so lange über die Trasse, bis ich auf einer Brücke ankomme, die einen tollen Ausblick auf die Ruhr gewährt. Von hier oben aus beobachte ich eine junge Frau, die mit ihrer Mutter und ihrem Sohn unten am Ufer steht und mich in den Wahnsinn treibt. Es ist wie ein Unfall, bei dem man nicht wegschauen kann. Ich meine, wir sind alle irgendwie Handy-süchtig, aber sie macht ein Selfie nach dem anderen, eine Story nach der anderen, schaut kein einziges Mal zu ihrem Kind, und wenn, dann nur durch die Kamera, schaut ununterbrochen hinab auf ihr glänzendes, glattes Handy, während sie völlig abgelenkt hinter ihrem Kind herschleicht, damit es nicht ins Wasser fällt. Egal.

Es ist voll schön hier, eine schöne Überraschung. Viel besser eigentlich. Ich brauche keine Altstadt, wenn ich stattdessen die Ruhr bei schönstem Wetter haben kann. Und Mülheim überrascht mich, ich erwarte nie, dass es hier so schön ist. Ich laufe die Ruhrpromenade entlang, sehe das Handy mit der Frau, weiche Entenscheiße aus und setze mich schließlich auf eine Treppenstufe mit Ruhrblick.

Zwei andere Mädels haben sich die allerschönste Bank ausgesucht und unterhalten sich angeregt. Ein älterer Junge spielt mit seiner kleinen Schwester Fangen. Ein paar ältere Damen gehen an mir vorbei, sie haben pinke Eiskugeln vor dem Gesicht und die eine sagt: „Dann ess ich mal so’n Schnitzel…“, und dann sind sie schon zu weit weg, um mitzuhören. Und ich klebe den ganzen Tag nur an meinem Notizbuch und könnte die ganze Welt aufschreiben. Die der anderen und meine eigene. Die der Filme, die der Bücher. Die der Kinder und die der Erwachsenen. Es macht mich endlos glücklich. Einfach so.

Der Blog? Er ist dazu da, mich zum Schreiben zu motivieren. Dazu da, das Haus zu verlassen und die Welt zu erkunden. Und solange er das schafft, ist alles andere ganz egal. Ich bin verwirrt, als eine Frau an mir vorbeiläuft, die die gleiche gemusterte Hose trägt wie das Mädchen vorne auf der Bank.

Was ist das da drüben eigentlich für ein Gebäude? Ah, das ist die Stadthalle Mülheim, die Abiball-Location schlechthin. Und direkt daneben der MüGa, wo ich schon von hier aus die Wasserfontänen sehen kann. Dort laufe ich jetzt hin, auch wenn die Gefahr eines Sonnenbrandes besteht. Ich kann nur sagen, es ist alles wunderschön hier, es gibt Brunnen und Wasserspielplätze und einen Hafen und Menschen, die Überraschungspartys im Park schmeißen. Komm auch mal her.