Manchmal kommt ein kreativer Impuls genau dann ins Leben, wenn man ihn gerade braucht: Über ein Art Journaling-Buch und das Wiederentdecken der Kreativität.

Über die letzten Monate habe ich es irgendwie verlernt, so völlig frei kreativ zu sein. Dabei könnte mein Leben gerade eigentlich kaum besser sein: Ich habe einen Brotjob, der mir gefällt, habe vor Kurzem die Erstfassung meines Romans abgeschlossen, und am Wochenende bleibt mir sogar genug Zeit, um Freunde zu treffen oder Künstlertreffs zu machen.
Aber etwas ist anders.
Jetzt, da der Roman eine Zeitlang in den Hintergrund rückt – denn ich möchte mir bewusst etwas Abstand geben – empfinde ich plötzlich eine eigenartige Leere. Ich genieße meine freien Tage. Ich genieße die Schreibpause. Und doch rutsche ich immer wieder in diese banalen Ablenkungsmuster, die mir überhaupt nicht guttun… Doomscrolling, perfektionistische Prokrastination durch Aufräumen, und, mein größtes guilty pleasure: dramatische Dokus auf YouTube schauen, und zwar ohne Ende.
Die letzten Monate habe ich wohl so zielgerichtet an meinem Roman gearbeitet, dass für das freie Erkunden meiner Kreativität kaum noch Zeit blieb. Habe ich das vielleicht sogar verlernt?
Nein, verlernt habe ich es wohl nicht. Und ich glaube, es gibt da etwas, das mir helfen könnte. Nachdenklich hole ich das Art Journaling-Buch hervor, das schon seit einer Weile auf meinem Schreibtisch liegt. Anhand von fünfzehn Mal- und Schreibimpulsen will das Buch dabei helfen, mehr Kreativität ins Leben zu lassen. Die beiden Autorinnen – Danila Kreitz und Kathrin Thesing – haben es liebevoll gestaltet und mir ein Exemplar davon zugeschickt.
In ihrer ganz unverhofft kommenden Mail hatte die freiberufliche Künstlerin Danila mir geschrieben: „Das könnte doch zu dir und deinem Blog passen!“ Und es stimmt: Das Art Journaling-Buch passt genau zu dem, worum es in meinem Blog immer gehen sollte – um das spielerische Erkunden der Kreativität.
Danilas Mail brachte mich dazu, selbst mal wieder durch meinen Blog zu stöbern und in alte Artikel reinzulesen. Und während ich das tat, dachte ich, dass ich mich ziemlich verändert habe, seit ich diesen Blog 2023 gestartet habe. Damals wusste ich noch nicht genau, wo ich im Leben hinwollte. Und obwohl ich froh bin, dass das heute anders ist, hatte meine Suche auch Vorteile: Ich war offener, habe viel mehr ausprobiert und den Perfektionismus immer wieder hinter mir gelassen.

Jetzt blättere ich durch ein Buch, das mich genau dort wieder hinführen will. Und sofort wettert mein inneres Teufelchen drauflos: „Ach, was soll denn dieses doofe Sonnenglas! Was für Kindergarten-Übungen! Du kannst das doch alles schon, hast deine Kreativität genug erkundet!“ – Ehrlich gesagt hat mich das selbst ein bisschen geschockt. Denn am Ende sind es doch genau solche vermeintlich ‚albernen‘ Übungen, die mir schon bei Julia Cameron so sehr geholfen haben.
Und während ich mir den ersten Malimpuls näher anschaue, bemerke ich etwas Eigenartiges: Es kribbelt mir in den Händen, sofort loszulegen. Ich überlege, ob ich in den Kreativmarkt fahren könnte, erinnere mich dann an die alten Wasserfarbkästen und Aquarell-Buntstifte in meiner Schublade, überlege, welches Skizzenbuch ich am besten nutzen könnte. Das dicke Aquarellpapier? Oder doch das gebundene Zeichenbuch?
Die Impulse sind so schön niedrigschwellig, dass es nicht viel Motivation braucht, um ein paar Farben herauszuholen oder Worte aufs Papier zu bringen. Große Projekte lähmen mich schnell, aber ein gelbes Sonnenglas malen? Das kriege ich hin! Und so male ich drauflos. Ich liebe dieses strahlende Gelb, das sowieso meine absolute Lieblingsfarbe ist, und bin sofort ein bisschen glücklicher als zuvor. Es tut gut, mal wieder ganz unverblümt einen Stift und einen Pinsel in der Hand zu halten.
Am Ende bietet das Buch genau das: kreative Impulse. Die Mal- und Schreibübungen sind wie ein kleiner Start, der unweigerlich dazu führt, dass man sich selbst wieder näherkommt und mehr will. Auf diese Weise habe ich schnell zurück zu meinem verspielten Ich gefunden – und hatte wenig später sogar wieder Motivation für einen Künstlertreff.
Es hilft, die Übungen ganz langsam und nach Bedarf in den Alltag zu integrieren: an einem Tag, an dem ich total platt bin und die üblichen Stressgegner einfach nicht helfen wollen – oder ich mich schlicht nach etwas Kreativem sehne. Aus Erfahrung kann ich sagen, dass gerade die Kombination aus Malen, Schreiben und Reflexionsfragen dabei hilft, die eigene Kreativität wiederzuentdecken.
Da ich sowieso viel schreibe, haben mich hier besonders die Malimpulse angesprochen und mir Lust darauf gemacht, wieder mehr zu malen, zu collagieren oder ein neues Fotoalbum zu füllen.

Eine der Übungen hat mich dazu gebracht, ein Projekt anzugehen, das ich schon sehr lange im Kopf habe. Die Übung heißt: „Verweile an deinem Sehnsuchtsort“ und regt dazu an, diesen Ort malend und schreibend festzuhalten. Schon seit einiger Zeit wollte ich die Baumkrone des Ahorns, der mir in meiner alten Wohnung so viel Kraft gegeben hat, auf Leinwand festhalten. Dank des Art Journaling-Buchs habe ich das Bild zumindest schon mal als kleine Skizze in meinem Zeichenbuch festgehalten.
Manchmal – oder eigentlich meistens – braucht es nicht viel, um die Kreativität wieder aufleben zu lassen. Ganz im Gegenteil: Oft sind es gerade die kleinen Impulse, die uns zurück zu uns selbst führen.
Manchmal kommt ein kreativer Impuls genau dann ins Leben, wenn man ihn gerade braucht: Über ein Art Journaling-Buch und das Wiederentdecken der Kreativität.

Über die letzten Monate habe ich es irgendwie verlernt, so völlig frei kreativ zu sein. Dabei könnte mein Leben gerade eigentlich kaum besser sein: Ich habe einen Brotjob, der mir gefällt, habe vor Kurzem die Erstfassung meines Romans abgeschlossen, und am Wochenende bleibt mir sogar genug Zeit, um Freunde zu treffen oder Künstlertreffs zu machen.
Aber etwas ist anders.
Jetzt, da der Roman eine Zeitlang in den Hintergrund rückt – denn ich möchte mir bewusst etwas Abstand geben – empfinde ich plötzlich eine eigenartige Leere. Ich genieße meine freien Tage. Ich genieße die Schreibpause. Und doch rutsche ich immer wieder in diese banalen Ablenkungsmuster, die mir überhaupt nicht guttun… Doomscrolling, perfektionistische Prokrastination durch Aufräumen, und, mein größtes guilty pleasure: dramatische Dokus auf YouTube schauen, und zwar ohne Ende.
Die letzten Monate habe ich wohl so zielgerichtet an meinem Roman gearbeitet, dass für das freie Erkunden meiner Kreativität kaum noch Zeit blieb. Habe ich das vielleicht sogar verlernt?
Alte Leier, neues Spiel: Kreativität wiederfinden
Nein, verlernt habe ich es wohl nicht. Und ich glaube, es gibt da etwas, das mir helfen könnte. Nachdenklich hole ich das Art Journaling-Buch hervor, das schon seit einer Weile auf meinem Schreibtisch liegt. Anhand von fünfzehn Mal- und Schreibimpulsen will das Buch dabei helfen, mehr Kreativität ins Leben zu lassen. Die beiden Autorinnen – Danila Kreitz und Kathrin Thesing – haben es liebevoll gestaltet und mir ein Exemplar davon zugeschickt.
In ihrer ganz unverhofft kommenden Mail hatte die freiberufliche Künstlerin Danila mir geschrieben: „Das könnte doch zu dir und deinem Blog passen!“ Und es stimmt: Das Art Journaling-Buch passt genau zu dem, worum es in meinem Blog immer gehen sollte – um das spielerische Erkunden der Kreativität.
Danilas Mail brachte mich dazu, selbst mal wieder durch meinen Blog zu stöbern und in alte Artikel reinzulesen. Und während ich das tat, dachte ich, dass ich mich ziemlich verändert habe, seit ich diesen Blog 2023 gestartet habe. Damals wusste ich noch nicht genau, wo ich im Leben hinwollte. Und obwohl ich froh bin, dass das heute anders ist, hatte meine Suche auch Vorteile: Ich war offener, habe viel mehr ausprobiert und den Perfektionismus immer wieder hinter mir gelassen.

Art Journaling: Kreative Impulse ohne Druck
Jetzt blättere ich durch ein Buch, das mich genau dort wieder hinführen will. Und sofort wettert mein inneres Teufelchen drauflos: „Ach, was soll denn dieses doofe Sonnenglas! Was für Kindergarten-Übungen! Du kannst das doch alles schon, hast deine Kreativität genug erkundet!“ – Ehrlich gesagt hat mich das selbst ein bisschen geschockt. Denn am Ende sind es doch genau solche vermeintlich ‚albernen‘ Übungen, die mir schon bei Julia Cameron so sehr geholfen haben.
Und während ich mir den ersten Malimpuls näher anschaue, bemerke ich etwas Eigenartiges: Es kribbelt mir in den Händen, sofort loszulegen. Ich überlege, ob ich in den Kreativmarkt fahren könnte, erinnere mich dann an die alten Wasserfarbkästen und Aquarell-Buntstifte in meiner Schublade, überlege, welches Skizzenbuch ich am besten nutzen könnte. Das dicke Aquarellpapier? Oder doch das gebundene Zeichenbuch?
Die Impulse sind so schön niedrigschwellig, dass es nicht viel Motivation braucht, um ein paar Farben herauszuholen oder Worte aufs Papier zu bringen. Große Projekte lähmen mich schnell, aber ein gelbes Sonnenglas malen? Das kriege ich hin! Und so male ich drauflos. Ich liebe dieses strahlende Gelb, das sowieso meine absolute Lieblingsfarbe ist, und bin sofort ein bisschen glücklicher als zuvor. Es tut gut, mal wieder ganz unverblümt einen Stift und einen Pinsel in der Hand zu halten.
Mehr kreative Momente im Alltag
Am Ende bietet das Buch genau das: kreative Impulse. Die Mal- und Schreibübungen sind wie ein kleiner Start, der unweigerlich dazu führt, dass man sich selbst wieder näherkommt und mehr will. Auf diese Weise habe ich schnell zurück zu meinem verspielten Ich gefunden – und hatte wenig später sogar wieder Motivation für einen Künstlertreff.
Es hilft, die Übungen ganz langsam und nach Bedarf in den Alltag zu integrieren: an einem Tag, an dem ich total platt bin und die üblichen Stressgegner einfach nicht helfen wollen – oder ich mich schlicht nach etwas Kreativem sehne. Aus Erfahrung kann ich sagen, dass gerade die Kombination aus Malen, Schreiben und Reflexionsfragen dabei hilft, die eigene Kreativität wiederzuentdecken.
Da ich sowieso viel schreibe, haben mich hier besonders die Malimpulse angesprochen und mir Lust darauf gemacht, wieder mehr zu malen, zu collagieren oder ein neues Fotoalbum zu füllen.

Kreativität wiederfinden: Aus der Mücke einen Elefanten machen
Eine der Übungen hat mich dazu gebracht, ein Projekt anzugehen, das ich schon sehr lange im Kopf habe. Die Übung heißt: „Verweile an deinem Sehnsuchtsort“ und regt dazu an, diesen Ort malend und schreibend festzuhalten. Schon seit einiger Zeit wollte ich die Baumkrone des Ahorns, der mir in meiner alten Wohnung so viel Kraft gegeben hat, auf Leinwand festhalten. Dank des Art Journaling-Buchs habe ich das Bild zumindest schon mal als kleine Skizze in meinem Zeichenbuch festgehalten.
Manchmal – oder eigentlich meistens – braucht es nicht viel, um die Kreativität wieder aufleben zu lassen. Ganz im Gegenteil: Oft sind es gerade die kleinen Impulse, die uns zurück zu uns selbst führen.
