Meine Top 3 Ted-Talks zum Thema Kreativität und was ich daraus mitgenommen habe.
In Phasen, in denen unsere Kreativität blockiert ist, kann uns ein passender Ted-Talk immer wieder aufs Neue aufmuntern. Dabei hilft es auch, die ein- oder andere motivierende Rede mehrfach anzuhören. Los geht’s.
Der Schauspieler und Filmregisseur Joseph Gordon-Levitt ist erfrischend ehrlich, wenn er in seinem Ted-Talk von dem Hochgefühl erzählt, das seine hohe Follower-Zahl auf Twitter in ihm auslöst. Ebenso offen gesteht er, dass ihn dieses Gefühl auf Dauer unglücklich macht und seine Kreativität einschränkt. Der Schauspieler macht darauf aufmerksam, wie gefährlich das von Aufmerksamkeit angetriebene Business-Modell der Sozialen Medien für Kreative sein kann: Auf der Suche nach dem Hochgefühl wird die Kunst hier nur noch das Mittel zum Zweck.
Der Ted-Talk spricht mir aus der Seele, da ich dieses Streben nach Aufmerksamkeit an mir selbst beobachten kann. Was ich selbst immer an den sozialen Medien kritisiert habe, wird mir zum Verhängnis, seitdem die erste Version meines Blogs steht und ich erste Artikel hochgeladen habe: Plötzlich habe ich das Gefühl, Fotos auf Instagram oder Pinterest posten zu müssen, damit jemand meine Texte liest.
Mit einem Mal wird die Zahl der Aufrufe wichtiger als das Schreiben oder Kreativsein an sich. Das geht so lange weiter, bis mich der Blog todunglücklich macht und ich keinen einzigen Text mehr schreiben will. Auch Gordon-Levitt schlussfolgert: „If your creativity is driven by a desire of getting attention, you’re never gonna be creatively fulfilled.” Dabei war die Aufmerksamkeit nie der Ausgangspunkt für meinen Blog, und auch nie der Ausgangspunkt für Gordon-Levitts Schauspielkunst.
In seinem Ted-Talk setzt Joseph Gordon-Levitt dieser toxischen Aufmerksamkeitssucht den Ausdruck paying attention entgegen. Das kann bedeuten, einfach nur da zu sein, den Moment zu genießen oder anderen kreativen Menschen seine Aufmerksamkeit zu schenken. Oder sich mit Hingabe der eigenen Kreativität zu widmen und alles andere auszublenden.
Simone Giertz war als Schülerin ambitioniert, gute Noten zu schreiben, hatte jedoch große Angst davor, zu versagen. Inzwischen hat sie sich einen erfolgreichen YouTube Kanal aufgebaut, auf dem sie ihre verrückten Erfindungen mit der Welt teilt: Maschinen, die das Zähneputzen übernehmen, ihr lobend auf die Schulter klopfen oder sie mit einem ausgestopften Gummihandschuh morgens aus dem Bett ohrfeigen. Giertz bezeichnet diese Erfindungen als nutzlose Dinge.
In ihrem Ted-Talk zeigt sie dem Publikum nicht nur ihre ersten und neuesten Kreationen, sondern erklärt auch, wieso es ihr Leben verändert hat, nutzlose Dinge zu bauen. Indem Simone Giertz einer Leidenschaft gefolgt ist, bei der sie spielerisch kreativ sein und sich das Scheitern erlauben kann, ist ihre erfinderische Kreativität erst richtig aufgeblüht. Da ihre Erfindungen meist keinen ‚richtigen‘ Nutzen haben, und Giertz weder ausgebildete Ingenieurin noch Maschinenbauerin ist, hat sie keine allzu hohen Erwartungen an sich selbst:
„As I kept on learning about hardware, for the first time in my life, I did not have to deal with my performance anxiety. And as soon as I removed all pressure and expectations from myself, that pressure quickly got replaced by enthusiasm and it allowed me to just play.”
Es lohnt sich, nicht nur ihren Ted-Talk anzusehen, sondern auch auf ihrem YouTube-Kanal zu stöbern.
Ethan Hawke ist ein US-amerikanischer Schauspieler und Schriftsteller, der schon früh seinen Weg als Künstler gefunden hat. Bereits mit 14 Jahren stand er das erste Mal vor der Kamera und folgte seiner Liebe zum Film. Als 26-Jähriger konnte er mit seinem Romandebüt Hin und Weg eine große Leserschaft überzeugen und ist bis heute erfolgreich als Filmproduzent und Schauspieler tätig (so zum Beispiel in Before Sunrise).
In seinem Ted Talk verdeutlicht Hawke, wieso wir uns die Erlaubnis geben müssen, kreativ zu sein. Mir gefällt besonders, dass er die menschliche Kreativität nicht auf Kunstformen wie Malerei, Schauspiel oder Poesie beschränkt, sondern auch andere Berufsfelder als Beispiel heranzieht. Über seinen Bruder, der eine lange Karriere im Militär hatte, sagt Hawke: His creativity was leadership. Ich kenne so viele Menschen, die von sich behaupten, sie seien absolut unkreativ. Dabei lebt etwa ein Jurist seine Kreativität einfach nur anders aus, z. B. in der Art und Weise, wie er mit Paragraphen jongliert.
Außerdem hebt Ethan Hawke in seiner Rede hervor, was mich an Kultur und Kreativität so sehr begeistert: Sie ist kein nettes Beiwerk, sondern fundamental für uns Menschen. Durch unsere Kreativität können wir unsere Individualität ausdrücken, intensive Gefühle verarbeiten und uns gegenseitig helfen. Doch um das tun zu können, müssen wir uns den Dingen nähern, die wir lieben.
Mit Worten spielen, Seifenblasen pusten, atmosphärische Bücher lesen: das ist etwas, das ich liebe. Und wir müssen bereit sein, uns zum Narren zu machen, prätentiös zu sein. Aber hört es euch selbst an und lauscht der sanft-rauen Stimme von Ethan Hawke, wenn er sagt: Human creativity is nature manifest in us.
Meine Top 3 Ted-Talks zum Thema Kreativität und was ich daraus mitgenommen habe.
In Phasen, in denen unsere Kreativität blockiert ist, kann uns ein passender Ted-Talk immer wieder aufs Neue aufmuntern. Dabei hilft es auch, die ein- oder andere motivierende Rede mehrfach anzuhören. Los geht’s.
Der Schauspieler und Filmregisseur Joseph Gordon-Levitt ist erfrischend ehrlich, wenn er in seinem Ted-Talk von dem Hochgefühl erzählt, das seine hohe Follower-Zahl auf Twitter in ihm auslöst. Ebenso offen gesteht er, dass ihn dieses Gefühl auf Dauer unglücklich macht und seine Kreativität einschränkt. Der Schauspieler macht darauf aufmerksam, wie gefährlich das von Aufmerksamkeit angetriebene Business-Modell der Sozialen Medien für Kreative sein kann: Auf der Suche nach dem Hochgefühl wird die Kunst hier nur noch das Mittel zum Zweck.
Der Ted-Talk spricht mir aus der Seele, da ich dieses Streben nach Aufmerksamkeit an mir selbst beobachten kann. Was ich selbst immer an den sozialen Medien kritisiert habe, wird mir zum Verhängnis, seitdem die erste Version meines Blogs steht und ich erste Artikel hochgeladen habe: Plötzlich habe ich das Gefühl, Fotos auf Instagram oder Pinterest posten zu müssen, damit jemand meine Texte liest. Mit einem Mal wird die Zahl der Aufrufe wichtiger als das Schreiben oder Kreativsein an sich. Das geht so lange weiter, bis mich der Blog todunglücklich macht und ich keinen einzigen Text mehr schreiben will. Auch Gordon-Levitt schlussfolgert: „If your creativity is driven by a desire of getting attention, you’re never gonna be creatively fulfilled.” Dabei war die Aufmerksamkeit nie der Ausgangspunkt für meinen Blog, und auch nie der Ausgangspunkt für Gordon-Levitts Schauspielkunst.
In seinem Ted-Talk setzt Joseph Gordon-Levitt dieser toxischen Aufmerksamkeitssucht den Ausdruck paying attention entgegen. Das kann bedeuten, einfach nur da zu sein, den Moment zu genießen oder anderen kreativen Menschen seine Aufmerksamkeit zu schenken. Oder sich mit Hingabe der eigenen Kreativität zu widmen und alles andere auszublenden.
Simone Giertz war als Schülerin ambitioniert, gute Noten zu schreiben, hatte jedoch große Angst davor, zu versagen. Inzwischen hat sie sich einen erfolgreichen YouTube Kanal aufgebaut, auf dem sie ihre verrückten Erfindungen mit der Welt teilt: Maschinen, die das Zähneputzen übernehmen, ihr lobend auf die Schulter klopfen oder sie mit einem ausgestopften Gummihandschuh morgens aus dem Bett ohrfeigen. Giertz bezeichnet diese Erfindungen als nutzlose Dinge.
In ihrem Ted-Talk zeigt sie dem Publikum nicht nur ihre ersten und neuesten Kreationen, sondern erklärt auch, wieso es ihr Leben verändert hat, nutzlose Dinge zu bauen. Indem Simone Giertz einer Leidenschaft gefolgt ist, bei der sie spielerisch kreativ sein und sich das Scheitern erlauben kann, ist ihre erfinderische Kreativität erst richtig aufgeblüht. Da ihre Erfindungen meist keinen ‚richtigen‘ Nutzen haben, und Giertz weder ausgebildete Ingenieurin noch Maschinenbauerin ist, hat sie keine allzu hohen Erwartungen an sich selbst:
„As I kept on learning about hardware, for the first time in my life, I did not have to deal with my performance anxiety. And as soon as I removed all pressure and expectations from myself, that pressure quickly got replaced by enthusiasm and it allowed me to just play.”
Es lohnt sich, nicht nur ihren Ted-Talk anzusehen, sondern auch auf ihrem YouTube-Kanal zu stöbern.
Ethan Hawke ist ein US-amerikanischer Schauspieler und Schriftsteller, der schon früh seinen Weg als Künstler gefunden hat. Bereits mit 14 Jahren stand er das erste Mal vor der Kamera und folgte seiner Liebe zum Film. Als 26-Jähriger konnte er mit seinem Romandebüt Hin und Weg eine große Leserschaft überzeugen und ist bis heute erfolgreich als Filmproduzent und Schauspieler tätig (so zum Beispiel in Before Sunrise).
In seinem Ted Talk verdeutlicht Hawke, wieso wir uns die Erlaubnis geben müssen, kreativ zu sein. Mir gefällt besonders, dass er die menschliche Kreativität nicht auf Kunstformen wie Malerei, Schauspiel oder Poesie beschränkt, sondern auch andere Berufsfelder als Beispiel heranzieht. Über seinen Bruder, der eine lange Karriere im Militär hatte, sagt Hawke: His creativity was leadership. Ich kenne so viele Menschen, die von sich behaupten, sie seien absolut unkreativ. Dabei lebt etwa ein Jurist seine Kreativität einfach nur anders aus, z. B. in der Art und Weise, wie er mit Paragraphen jongliert.
Außerdem hebt Ethan Hawke in seiner Rede hervor, was mich an Kultur und Kreativität so sehr begeistert: Sie ist kein nettes Beiwerk, sondern fundamental für uns Menschen. Durch unsere Kreativität können wir unsere Individualität ausdrücken, intensive Gefühle verarbeiten und uns gegenseitig helfen. Doch um das tun zu können, müssen wir uns den Dingen nähern, die wir lieben.
Mit Worten spielen, Seifenblasen pusten, atmosphärische Bücher lesen: das ist etwas, das ich liebe. Und wir müssen bereit sein, uns zum Narren zu machen, prätentiös zu sein. Aber hört es euch selbst an und lauscht der sanft-rauen Stimme von Ethan Hawke, wenn er sagt: Human creativity is nature manifest in us.